Interkultureller Garten Projekte

Der Begriff Interkultureller Garten, auch bekannt als Internationaler Garten, tauchte in Deutschland erstmals Mitte der Neunzigerjahre auf. Unter diesen Gartenprojekten versteht man Konzepte des Interkulturellen Lernens, bei denen Völkerverständigung sowie die Integration von Flüchtlingen, Zuwanderern und Migranten im Mittelpunkt steht. Die grundlegende Idee entwickelte sich zeitgleich Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrtausends in mehreren Großstädten wie Buenos Aires oder New York City.

Idee- und Zielsetzung

Grundlegende Idee dieser Gartenprojekte ist es den sozialen Austausch zwischen Flüchtlingen, Zuwanderern, Migranten und Einheimischen innerhalb einer kontrollierten Umgebung, in der sich alle Menschen gleichermaßen einbringen können, herzustellen und zu fördern.

Da besonders viele immigrierte Personen aus kleinbäuerlichen Verhältnissen stammen, können diese bei der Gartenarbeit ihr bestehendes Fachwissen optimal einbringen und in Deutschland weniger geläufige Sorten und Arten aus ihren Heimatländern umweltfreundlich für den Eigenbedarf anbauen. Durch die Erhaltung und Nutzung der Kulturpflanzenvielfalt findet ein erster kultureller Austausch statt, der auf gemeinschaftlich genutzten Flächen weiter vertieft werden kann.

Die Zielsetzungen dieser Idee Interkulturellen Lernens sind dementsprechend ganz klar die Integration, Verbesserung der Völkerverständigung und der soziale Austausch zwischen Zuwanderern und Einheimischen. Als Grundlage für zusätzliche Anknüpfpunkte sollen diese Gartenanlagen auch die berufliche Integration fördern sowie Nachbarschaftshilfen, Familienbetreuung, Verbesserung der Sprachkenntnisse und Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben zuwege bringen.

Entstehung

Entstehungsgeschichte

Im Rahmen eines Pilot-Projektes entstand der erste Interkulturelle Garten Deutschlands im Jahre 1996, auf Initiative zugewanderter Familien, in Göttingen. Aus dieser Initiative ging zwei Jahre später der eingetragene Verein „Internationale Gärten“ hervor, der im Jahre 2014 noch immer zwei Gärten in Göttingen betreibt, in denen Familien aus unterschiedlichsten Ländern und Religionen zusammenarbeiten.

Das „Netzwerk Interkultureller Gärten“ wird von der Stiftung „Interkultur“ in München aufgebaut und koordiniert im Jahre 2014 über 100 internationale Gartenprojekte bundesweit.

Zukunft

Über die Zukunft

Betrachtet man die Entwicklung dieser Gartenlandschaften vor dem soziologischen Hintergrund der zunehmenden Urbanisierung unserer Gesellschaft, so werden die Zukunftschancen dieser Projekte zwangsläufig als schwierig bewahrbar eingeschätzt. Obwohl mittlerweile demonstriert wurde, dass urbaner Lifestyle und das Betreiben von Landwirtschaft sich zwangsläufig nicht ausschließen muss, so werden es entsprechende Gärten in der Zukunft umso schwieriger haben sich zu etablieren.

Neuere Entwicklungen zeigen jedoch auch, dass durch zunehmende Notwendigkeit verarmter Städter, durch Unsicherheiten bezüglich der Nahrungsqualität und einhergehenden Skandalen sowie durch Bürokratie innerhalb der Städte selbst, die Selbstversorgerwirtschaft in Form von Gemüse- und Gemeinschafts-Gärten wieder auf dem Vormarsch ist. Abschließend lässt sich feststellen, dass es erstrebenswert sein muss Projekte, die den kulturellen Austausch und die Integration verbessern, auch weiterhin nachhaltig zu fördern und zu unterstützen.