Feuer machen wie in der Steinzeit

Prasselnde Lagerfeuer-Romantik in freier Natur begeistert Jung und Alt. In der Nacht oder bei kalten Außentemperaturen spendet es zuverlässig Wärme und Trost. Das Licht schützt zusätzlich vor wilden Tieren. Kurzum: Ein ordentliches Lagerfeuer gehört zu jedem Outdoor-Trip dazu. Wie man ein ordentliches Lagerfeuer aufbaut, auch ganze ohne Feuerzeug oder Streichholz, wird in diesem Artikel gezeigt.

Die Feuerstelle

Grundsätzlich werden zwei verschiedene Arten von Feuern empfohlen: Das Pyramidenfeuer und das Sternfeuer.

Sternfeuer

Feuer machen

„Lagerfeuer-Romantik“ begeistert Jung und Alt

Das Sternfeuer eignet sich perfekt für länger brennende, kleinere Feuer zum Kochen. Dabei werden vier gleichgroße dicke Äste oder kurze Stämme mittig zu einem Kreuz arrangiert. Von außen kann, je nach Bedarf, weiteres Brennmaterial nachgeschoben werden. Im Zentrum wird das Feuer mittels Zundermaterial entfacht.

Pyramidenfeuer

Das Pyramidenfeuer hingegen ist eine schnellere Art ein Feuer mit starker Hitzeentwicklung aufzubauen. Daher ist diese Art des Feuerbaus auch unser Tipp für den Survival Einsatz.

Wie du ein Pyramidenfeuer baust

Vollkommen egal welche Art von Feuer angezündet werden soll, eine Sache haben alle Arten von Feuerstellen gemeinsam: Die Vorbereitungen. Als erster Schritt wird natürlich Brennmaterial gebraucht. Dafür sollte so viel brennbares Material wie möglich gesammelt werden. Es werden gleichermaßen leicht entzündbares Zundermaterial, kleine, dünne Zweige als Andzündhölzer und größere Äste sowie kleinere Stämme als Brennstoff benötigt. Bei Regen empfiehlt es sich die nasse Rinde von dem meist trockenem Kernholz abzustreifen.

Als nächstes muss ein geeigneter Standort für das Lagerfeuer gesucht werden. Optimal ist dafür natürlich der Platz unweigerlich vor dem Zelteingang, vorausgesetzt dass der Untergrund und die nähere Umgebung nicht leicht brennbar sind. Optimalerweise wird ein Fundament aus grünen, feuchten Zweigen unter das spätere Feuer aus Abschirmungsgründen errichtet. Große Steine können zusätzlich das Feuer zum Rand hin abschirmen und gleichzeitig als Windschutz fungieren.

Pyramidenfeuer

Ein Pyramidenfeuer entwickelt schnell starke Hitze

Im nächsten Schritt wird das Pyramidengerüst gebaut. Dazu wird aus Zundermaterialien wie Holzspäne, Samen, Reisig, Rinde oder trockenes Laub ein kompaktes Knäuel, welches als Grundlage für ein Pyramidenfeuer im Zentrum platziert wird geformt. Um dieses Zentrum wird eine Pyramide aus dünnen, trockenen Ästen errichtet, sodass eine Art Tipi Zelt entsteht. Eine Lücke in der Pyramide erleichtert später das Anzünden.

Anzünden ohne Feuerzeug bzw. Streichhölzer

Es kann vorkommen, dass man Anzündhilfen wie ein Feuerzeug verliert, diese nass oder sonst wie unbrauchbar werden. Man muss natürlich trotzdem nicht auf die behagliche Wärme eines Lagerfeuers verzichten, denn es gibt weitere gängige Methoden Feuer zu machen.

Brennglas

Bei der Brennglas-Option wird mittels einer Brille, Fernglas, Lupe, Spiegel oder anderen reflektierenden Oberflächen die Sonnenstrahlen auf das Anzündknäuel gebündelt.

Feuer machen mit einem Brennglas

Feuerschlagen

Bei der Option des Feuerschlagens werden entsprechende Feuersteine aus Materialien wie Pyrit, Quarz oder Granit benötigt. Durch aneinanderschlagen geeigneter Steine bzw. durch das Reiben eines Steines über ein Stück Stahl entstehen Funken, die die Anzündmaterialien entfachen.

Feuerbohren

Die Möglichkeit des Feuerbohrens ist hinlänglich aus Filmen und Pfadfinderbüchern bekannt. Diese Methode nutzten bereits unsere Vorfahren seit der Steinzeit erfolgreich. Bei dieser Option wird eine Basis, das so genannte Feuerbrett, zwei stabile Äste für den Bogen und den Bohrer, eine Kordel und ein Druckstück benötigt.

Feuer mit einem Streichholz entfachen

Im Idealfall hat man natürlich ein Streichholz bei der Hand

Die Basis aus Weichholz wird dabei V-förmig eingekerbt mit einer Vertiefung in der Mitte, in der später der Bohrer angesetzt wird. Für den Bogen wird die Kordel an den Enden eines biegsamen, aber stabilen, Astes befestigt. Der Bohrer besteht aus einem weiteren stabilen Ast, dessen eines Ende zugespitzt und das andere mit einer Rille für die Sehne versehen wird. Als Druckstück eignet sich sowohl ein Holzklotz oder ein Stein.

Bei der Anwendung dieser Technik wird das Feuerbrett durch ein Knie oder Fuß fixiert und neben einem Zunderhaufen platziert. Der Bohrer wird anschließend einmal in die Sehne eingedreht und in die Vertiefung der Basis eingeführt; mit dem Druckstück wird die ganze Konstruktion gestützt und kontrolliert.

Durch Bewegung des Bogens wird nun Reibung und Glut erzeugt. Durch Pusten gilt es diese Glut so stark anzufeuern, dass kleine Flämmchen entstehen, die wiederum den Anzündhaufen zum Brennen bringen. Obwohl diese Methoden sicher alles andere als einfach sind, ist es trotzdem möglich auch ohne Feuerzeug ein anständiges Lagerfeuer in Gang zu bringen. Viel Spaß beim Ausprobieren.