Suchtprävention und Begleitung von Kindern suchtkranker Eltern

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  • Aktuelle Situation der Alkoholkrankheit in Österreich:

    Alkohol ist die Staatsdroge Nummer Eins - zumal sie nicht als Droge, sondern als gesellschaftlich respektiertes Getränk angesehen wird und somit deren schädlicher Konsum als solcher meist gar nicht wahrgenommen wird.

    330.000 Österreicher sind alkoholkrank , 10% aller österreichischen Kinder (ca. 180.000) leben mit einem alkoholkranken Elternteil in einem gemeinsamen Haushalt - wobei Stiefväter oder getrennt lebende alkoholkranke Elternteile hier nicht berücksichtigt werden.

    Zählt man dazu noch die sonstigen drogenabhängigen Elternteile dazu, so sind dies insgesamt ca. 1,360.000 abhängige Österreicher(!), die Anzahl der Kinder suchtabhängiger Eltern steigt somit auf mindestens 40% (760.000 Kinder) aller österreichischen Kinder.

  • Auswirkungen der Drogensucht auf die Kindheit:

    Kinder, die mit einem alkoholkranken Elternteil aufwachsen, erleben zum einen eine ganz andere Kindheit als Kinder gesunder Eltern, zum anderen lernen sie wichtige zwischenmenschliche und problemlösungsorientierte Werkzeuge, die sie als Jugendliche oder Erwachsene benötigen werden, nicht.

    So steht für süchtige Eltern nicht das Kind an erster Stelle sondern die Droge, deren Beschaffung und deren Handhabung.

    Das Suchtmittel verändert auch das Wesen des Elternteiles und deren Kinder leben mit zwei verschiedenartigen Mamas oder Papas, können sich nicht auf einen derzeitigen Zustand verlassen, da sich der Seinszustand des Elternteiles schlagartig ändern kann. Vertrauen und Sicherheit sind Begriffe, mit denen sie nicht umzugehen lernen, besser ist es immer skeptisch und vorsichtig zu sein.

    Die Stimmung zu Hause ist meist von Anspannung, Angst und Ärger geprägt, oft stehen alle beteiligten unter chronischem Stress. Diese Kinder werden um ihre Kindheit betrogen, da sie schon als Kind in die Rolle eines Erwachsenen schlüpfen müssen um für sich und andere Familienmitglieder zu sorgen. Zu all dem besteht in drogenabhängigen Familien ein erhöhtes Risiko für Gewalt und Vernachlässigung.

    Der andere Elternteil, der Co-Abhängige, hat wenig Zeit für das Kind, da seine Hauptaufgabe darin besteht, den Abhängigen zu versorgen, sich zu bemühen, dass der Schein nach außen gewahrt wird und Haushalt und Beruf zu bestreiten. So fehlt dem Kind auch der zweite für ihn sorgende Elternteil und auch ein Gesprächspartner, der mit ihm seine Welt, seine Gedanken und Gefühle teilt.

    Eine große Belastung für die Kinder abhängiger Eltern ist, das unausgesprochene Gesetz des Schweigens und des Vertuschens, Ausreden und Umwege zu finden, damit die Außenwelt nicht die reale Situation in der Familie erfährt. Dadurch wird ihnen auch jegliche Möglichkeit genommen sich mit jemanden auszutauschen und Hilfe und Rat zu suchen, da sie als kleine Kinder nicht erkennen können, dass ihr Leben völlig anders verläuft, als es sein soll.

  • Kinder süchtiger Elternteile können Defizite in folgenden Bereichen haben:

  • Probleme lösungsorientiert anzusteuern anstatt durch Drogen oder Gewalt zu verdrängen;
  • Vertrauen in andere Personen zu fassen
  • Liebevoller und offener Kontakt
  • Wahrung der eigenen Ich-Grenze
  • Eigene und fremde Gefühle zulassen

    Viele Kinder abhängiger Eltern rutschen als Heranwachsende oder Erwachsene ebenfalls in eine Suchtfalle oder leben mit Partnern zusammen, die süchtig sind, da es schwer ist, ohne Hilfe aus diesem Kreis auszubrechen. Mindestens 30% der Kinder alkoholkranker Eltern werden im Laufe ihres Lebens selbst suchtkrank.

  • Sie können aber auch trotz dieser widrigen Umstände ihre psychische Gesundheit bewahren. Folgende Faktoren unterstützen sie dabei:

  • Tiefe und tragfähige Bindungen
  • Persönlichkeit, die positive Aufmerksamkeit auf sich zieht
  • Durchschnittliche Intelligenz
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Stärkere allgemeine Leistungsorientierung
  • Internale Kontrollüberzeugung
  • Glaube an Selbsthilfemöglichkeiten, Autonomie und Unabhängigkeit
  • Viel Aufmerksamkeit seitens der Umwelt
  • keine längere Trennungen im Kleinkindalter
  • Familiäre und berufliche Unterstützungssysteme
  • Erfüllender Freundes und Bekanntenkreis

    Diese Eigenschaften gilt es zu fördern und zu unterstützen.

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    Mag. HANNA GRUBHOFER
    Psychologin / Suchtprävention

    Gloriette 9
    A-3423 Wördern

    MAIL: hanna.grubhofer@gmx.at

    FON: +43 (0650) 478 05 15

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