Jausenzeit im Waldkindergarten

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Gegen zehn Uhr ist Jausenzeit im Waldkindergarten. Wir bereiten die Jause vor: in den mitgenommenen Gefäßen finden sich geschnittene Karotten, Apfelspalten, Rosinen, Apfelringe oder anderes Dörrobst, Walnüsse, und in Streifen geschnittene Butterbrote. Das Brot ist des öfteren selbst gebacken, die Nüsse und Apfelringe stammen aus dem Waldkindergarten, so wie auch ein Großteil der Äpfel.

Während ein Erwachsener die Nüsse knackt, die Deckel von den Gefäßen nimmt und diese auf der Tischdecke plaziert, sammeln sich die Kinder im Kreis. Einige Kinder spielen weiter, sie wollen keine Jause essen.

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Nun ist Händewaschen angesagt: jedes Kind hat seinen Waschlappen von zu Hause mitgenommen und wäscht sich damit die Hände. Erst, wenn alle Kinder Hände gewaschen haben, sagen wir den Essensspruch, nach dem das Schmausen dann beginnt.

Seit einiger Zeit haben wir eine aus Holzperlen gefädelte Kette. Auf jeder Perle steht der Name eines Kindes. Der Reihe nach verliest das älteste Kind die Namen. Das genannte Kind steht auf, geht mit seinem Teller zum Essen, nimmt sich nach eigenem Gutdünken und setzt sich wieder. So geht es reihum. Jeden Tag beginnt ein anderes Kind.

Während des Essens wird angelegentlich geplaudert; Kinder die fertig sind, räumen ihren Teller weg, stehen auf und spielen außerhalb des Kreises. Wer noch nachnehmen möchte, steht auf und holt sich wieder etwas auf seinen Teller.

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Ab und zu geschieht es, dass ein Kind sich zu viel genommen hat. Diese Reste wandern dann in eine Schachtel und werden kompostiert. Aber dies geschieht immer seltener; die Kinder haben gelernt, sich diesbezüglich einzuschätzen. Auch jene Kinder, die ev. aus der Angst, zu wenig zu bekommen, sich das Essen regelrecht auf den Teller getürmt hatten, wissen mittlerweile, dass genug für alle da ist.

Selber bestimmen zu können, was genug ist, ein Gespür für das 'zu viel' entwickeln - das sind die erfreulichen Nebeneffekte dieser Regelung. Wir haben den Eindruck, dass selbst diese scheinbar so simple Regelung (Jeder nimmt sich, so viel er will und so viel er essen kann) die Kinder zu einem Mehr an Selbstbewusstsein und zu einem erhöhten Maß auch an Selbstbeobachtung hinführt.

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